Streuwiesenmahd


Streuwiesen – Artenvielfalt in Feuchtlebensräumen

Die Amper ist für unseren Landkreis Fürstenfeldbruck das zentrale und landschaftsprägende Fließgewässer. Begleitet von Auwäldern, Feuchtwiesen und Altwassern zieht sich der Fluss wie ein grünes Band durch das Brucker Land. Im Süden des Ampertals liegt das Ampermoos, eines der größten Flachmoore Bayerns (Fläche etwa 525 ha, davon zirka 282 ha im Lks. FFB). Das Ampertal ist eine wichtige Verbundsachse für den Austausch der biologischen Vielfalt. Es verbindet die Feuchtgebiete am Ammersee mit denen an der Isar. Somit ist die Amper das Verbindungsstück im Feuchtflächenverbund zwischen Alpenrand und Donau.

Auf den feuchten Moosflächen sind durch historische Nutzung die sogenannten Streuwiesen entstanden, deren Name sich auf den Nutzungstyp bezieht. Das Mahdgut von Streuwiesen diente als Einstreu für die Stallungen und nicht wie bei den Futterwiesen zur Ernährung von Viehbeständen. Prägende Merkmale für die Nutzung dieser Wiesen war, dass sie nur einmal jährlich im Herbst gemäht wurden, ihr Standort für den Ackerbau zu nass war und auf den Flächen meist Sauergräser statt Süßgräser wuchsen.

 



 

Bedeutung und Schutzwürdigkeit

Streuwiesen gehören mit zu den artenreichsten Lebensräumen. Unsere Streuwiesen im Ampermoos und in den daran anschließenden Amperauen haben deshalb eine herausragende ökologische Bedeutung für die Natur. Nicht nur wegen ihres floristischen und faunistischen Reichtums, sondern auch wegen der dort noch vorkommenden seltenen und gefährdeten Arten haben wir die Verantwortung, diese Relikte für zukünftige Generationen zu bewahren. Darüber hinaus besitzen die Streuwiesen auch für die Menschen einen hohen Erlebniswert, da sie vom Frühjahr bis in den Herbst hinein blühen.

Auch naturschutzrechtlich sind Streuwiesen national durch das bayerische Naturschutzgesetz geschützte Lebensräume. Um die großen zusammenhängenden Streuwiesen im Landkreis Fürstenfeldbruck langfristig zu sichern, wurden das Ampermoos und die Amperauen mit Leitenwäldern zwischen Fürstenfeldbruck und Schöngeising als Naturschutzgebiete (NSG) ausgewiesen. Des Weiteren gehören sowohl das Ampermoos als auch weite Teile der Amperauen als Natura-2000-Gebiete zu einem europaweit zusammenhängenden Schutzgebietsnetz nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL). Zudem ist das Ampermoos ein international bedeutsames Feuchtgebiet nach der Ramsar-Konvention.

Aufgrund der hohen Bedeutsamkeit wurde für dieses Feuchtgebiet bereits 1997 der erste hauptamtliche Gebietsbetreuer (GB) Bayerns installiert. Die Trägerschaft hat seither der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) der Kreisgruppe Starnberg übernommen. Als „Gebietsbetreuer Ammersee“ ist seitdem Christian Niederbichler tätig und unterstützt den Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck fachlich und praktisch vor Ort. Auch das Ampertal hat seit 2003 eine Gebietsbetreuerstelle einrichten können, deren Trägerschaft sich derzeit die beiden Landschaftspflegeverbände Fürstenfeldbruck und Dachau teilen.

Weitere Informationen erhalten sie auch unter der Rubrik Projekte – Gebietsbetreuung


 

Impressionen von der Schönheit und Vielfalt dieser Kulturlandschaften zeigen folgende Bilder

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Bedeutung und Schutzwürdigkeit

Streuwiesen gehören mit zu den artenreichsten Lebensräumen. Unsere Streuwiesen im Ampermoos und in den daran anschließenden Amperauen haben deshalb eine herausragende ökologische Bedeutung für die Natur. Nicht nur wegen ihres floristischen und faunistischen Reichtums, sondern auch wegen der dort noch vorkommenden seltenen und gefährdeten Arten haben wir die Verantwortung, diese Relikte für zukünftige Generationen zu bewahren. Darüber hinaus besitzen die Streuwiesen auch für die Menschen einen hohen Erlebniswert, da sie vom Frühjahr bis in den Herbst hinein blühen.

Auch naturschutzrechtlich sind Streuwiesen national durch das bayerische Naturschutzgesetz geschützte Lebensräume. Um die großen zusammenhängenden Streuwiesen im Landkreis Fürstenfeldbruck langfristig zu sichern, wurden das Ampermoos und die Amperauen mit Leitenwäldern zwischen Fürstenfeldbruck und Schöngeising als Naturschutzgebiete (NSG) ausgewiesen. Sowohl das Ampermoos als auch weite Teile der Amperauen gehören als Natura-2000-Gebiete zu einem europaweit zusammenhängenden Schutzgebietsnetz nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL). Das Ampermoos ist zudem ein international bedeutsames Feuchtgebiet nach der Ramsar-Konvention.

Aufgrund der hohen Bedeutsamkeit wurde für dieses Feuchtgebiet bereits 1997 der erste hauptamtliche Gebietsbetreuer (GB) Bayerns installiert. Die Trägerschaft hat seither der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) der Kreisgruppe Starnberg übernommen. Als „Gebietsbetreuer Ammersee“ ist seitdem Christian Niederbichler tätig und unterstützt den Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck fachlich und praktisch vor Ort. Auch das Ampertal hat seit 2003 eine Gebietsbetreuerstelle einrichten können, deren Trägerschaft sich derzeit die beiden Landschaftspflegeverbände Fürstenfeldbruck und Dachau teilen.

Weitere Informationen erhalten sie auch unter der Rubrik Projekte-Gebietsbetreuung . . .


 

Gefahren durch Lebensraumverlust und Nutzungsaufgabe

Zwischen dem 18. Jahrhundert und Anfang der 1980er-Jahre wurden auf ganz Bayern bezogen über 90% der Streuwiesen zerstört, das heißt trockengelegt und in intensiv genutzte Flächen umgewandelt oder verbaut. Auch im Ampertal und am Rande des Ampermooses wurden ehemalige Streuwiesen zu Futterwiesen umgewandelt, die häufiger geschnitten und gedüngt wurden. Ebenso ersetzten Ackerstandorte nach Entwässerungsmaßnahmen einstige Feuchtflächen. Die Modernisierung der Landwirtschaft hat diesen Prozess noch beschleunigt.

Für die noch heute verbliebenen Streuwiesenreste ist neben der Entwässerung, die Aufgabe der Streumahd die größte Bedrohung. Brachgefallene Streuwiesen wuchsen innerhalb kurzer Zeit mit Schilf, Störzeigern und Büschen ein. Weil sich die Streupflanzen nur schwer zersetzen, entstehen aus den nicht gemähten Pflanzenresten dichte Streufilzdecken. Diese lassen im Frühjahr kaum Licht auf den Boden durch, so dass sich die Lebensbedingungen für lichtliebende Krautpflanzen stark verschlechtern. Auf Kosten der Vielfalt setzen sich bei Brachen meist konkurrenzstarke und wüchsige Arten durch und führen zur Artenverarmung.


 

Wiederaufnahme der Herbstmahd

 

Im Ampertal und im Ampermoos wurde die traditionelle Streuwiesenmahd zunehmend schon in den 1960er-Jahren aufgegeben. Die Umstellung von Einstreuställen auf Schwemmentmistung (Gülle) hat diesen Prozess verstärkt. So setzten auch im Ampermoos und in den Amperauen eine Verbrachung und Verbuschung der Streuwiesenlandschaft ein, die einen Verlust an Artenreichtum zur Folge hatten. Auch eingewanderte Gartenpflanzen wie die Spätblühende Goldrute und das Drüsige Springkraut stellen eine Gefahr für das typische Artenspektrum der Streuwiesen im Ampertal dar. Diese sogenannten Neophyten sind sehr konkurrenzstark und bilden vielfach dichte Bestände, in denen die standorttypischen und seltenen Pflanzenarten verdrängt werden.

Mit der Wiederaufnahme der traditionellen Streuwiesenmahd wurde bereits in den 1980er-Jahren begonnen. Die Unteren Naturschutzbehörden der verschiedenen Landratsämter haben zusammen mit hiesigen Landwirten und Naturschutzverbänden erste Pflegemaßnahmen in den bereits verbrachten und verschilften Streuwiesen begonnen. Nach Gründung des Landschaftspflegeverbands Fürstenfeldbruck e.V. (LPV FFB) wurde die jährliche Herbstmahd auf ehemaligen Streuwiesenflächen verstärkt wieder aufgenommen.


 

Aufgabenschwerpunkt des LPV Fürstenfeldbruck

Heute ist die jährliche Streuwiesenmahd in den wertvollen und sensiblen Feuchtflächen im Ampertal und Ampermoos für den Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck e.V. (LPV FFB) ein Aufgabenschwerpunkt. Dort wird mit örtlichen Landwirten die traditionelle Streuwiesenmahd wieder fortgeführt. Die Feuchtwiesen werden jährlich im Herbst gemäht. Hierbei variieren die Schnittzeitpunkte der verschiedenen Teilflächen jährlich. Ebenso bleiben auf den Wiesen etwa 10-25 % Altgrasstreifen stehen, die beispielsweise als Rückzugsraum für Insekten oder auch als Aussamungsstätte für spätblühende Pflanzenarten (z.B. Lungen-Enzian, Duft-Lauch, Färberscharte und Teufelsabbiss) dienen. Die differenzierte Streuwiesenmahd wird zudem auch speziell auf die seltenen Wiesenbrüter im Gebiet abgestimmt. Das Mahdgut kann heute auch größtenteils wieder als Einstreu verwendet werden. Aber auch notwendige Entbuschungen, Neophytenmahd oder strukturfördernde Maßnahmen werden durchgeführt. Der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck beantragt hierfür als Projektträger öffentliche Fördermittel über das bayerische Landschaftspflegeprogramm und betreut die Maßnahmen fachlich und organisatorisch.


 

Weitere kleinflächige, jedoch sehr wertvolle Restflächen an Streuwiesen sind die:

  • Streuwiese am Starzelbach im Landschaftsbestandteils (LB) der Gemeinde Eichenaue
  • Streuwiese und Hochstaudenflur im Naturdenkmal (ND) „Neubruch“ der Gemeinde Mammendorf
  • Streuwiesen im Feuchtwiesenkomplex beim Naturdenkmal (ND) „Widdumfilze der Gemeinde Türkenfeld

 

 

 


 

 

Videos mit Christian Niederbichler (GB Ammersee) über die Mehl-Primel, eine seltene Streuwiesenart.

Erstellt von Schülern der On-Off Kulturwerkstatt (Nina Munker und Ulrike Kreutzer) aus Dießen am Ammersee:

http://onoff-kulturwerkstatt.de

 

 


Mehr Informationen unter der Rubrik  „Wiesenbrüter profitieren von der Streumahd“