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Der Brachvogel im Ampermoos – Rückkehr in die alte Heimat

In im April 2018 starten wir mit dem Großen Brachvogel unser „Bayerns Ureinwohner Projekt“.

 


 


 

Der Große Brachvogel ist einer unserer größten bodenbrütenden Wiesenvögel und eine typische Art des Offenlandes. Wie sein Name schon sagt, war er früher vor allem auf brachliegenden Flächen zu beobachten. Dort brütete er seine Küken in Nestern auf dem Boden aus. Heute nimmt er auch mit Lebensräumen wie Mähwiesen und Äckern vorlieb. Mit seinem Federkleid ist er auf den Wiesen gut getarnt und kaum zu sehen. Häufig erkennt man ihn nur an seinem Ruf. Die Stimme ist ein lauter, sehr melodisch klingender, wehmütiger Ruf, der wie „kuri li“ klingt.

Lebensraum: naturschonend bewirtschaftete Wiesen
Größe: bis zu 60 cm
Besondere Merkmale: Langer und stark nach unten gekrümmter Schnabel
Ökologie: Der Großer Brachvogel nutzt wie viele weitere Wiesenbrüter ausgedehnte feuchte Wiesen oder extensiv genutztes Grünland als Bruthabitat. Als typische Bodenbrüter errichten er sein Nest in nicht zu dichter Vegetation in Bodenmulden. Zur Nahrung zählen Kleintiere des Bodens: Würmer, insbesondere Regenwürmer, Insekten und Larven, Schnecken, kleine Amphibien, aber auch Sämereien. Zu trockene Witterung und dadurch zunehmende Austrocknung der oberen Bodenschichten bedeuten Engpässe in der Nahrungsversorgung. Daher sind Kleingewässer oder nassere Flutmulden u.ä. in ihren Lebensräumen von großer Bedeutung.
Schutzstatus: Rote Liste Bayern 1 Vom Aussterben bedroht; EU-Vogelschutzrichtlinie Anhang 1: besondere Schutzgebiete sind zu schaffen

 

Das Ampermoos; Foto: Christian Niederbichler (Gebietsbetreuung Ampermoos)

 


Der Große Brachvogel war früher ein häufiger Brutvogel im Ampermoos. Weil sich die Lebensraumbedingungen verschlechterten ging der Bestand in den letzten 50 Jahren stark zurück. Der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck setzt sich dafür ein, den Lebensraum wieder zu verbessern. So werden Streuwiesen gepflegt, Gräben angestaut um Feuchtflächen zu schaffen und Gehölze entfernt. Darüber hinaus engagieen wir uns mit dem Gelegeschutzmaßnahmen durch Zäunung, um Fressfeinde vom Gelege fern zu halten.

Im Projekt wollen wir die Öffentlichkeit auf die bedrohte Vogelart aufmerksam machen und Landwirte für eine wiesenbrüterfreundliche Bewirtschaftung sensibilisieren. Wir bieten innerhalb des Projekts Exkursionen und Informationsveranstaltungen an. Ebenso soll das Projekt helfen, um Störungen im Gebiet während der Brutzeit zu verringert. Hierzu ist die Aufklärung von Hundebesitzern und weiteren Freizeitnutzern geplant. Wenn Hunde an die Leine genommen werden, Wege nicht verlassen werden und andere Störungen vermieden werden, ist dies ein wichtiger Beitrag, um den Bruterfolg des Brachvogels im Ampermoos zu sichern.

Eine Abschlussveranstaltung mit Streuwiesenmahd zum Projektende soll alle Beteiligten und Interessierten zusammenbringen und sie für den Brachvogelschutz motivieren.


Projektstandort: Ampermoos (in den Gemeinden: Kottgeisering, Türkenfeld und Grafrath)

Kampagnenjahr: 2017/2018

Tipp: Am Aussichtsturm in Kottgeisering haben Besucher einen schönen Blick ins Ampermoos. Bei klarem Wetter ist auch das Alpenpanorama gut zu sehen. Hier oben können Interessierte in Ruhe Vögel beobachten ohne diese zu stören. Auch Naturführungen durch den hiesigen Gebietsbetreuer finden dort statt.

 


Unsere geplanten Aktionen / Termine:

Exkursion (Auftaktveranstaltung)
Freitag, 27. April 2018, FFB
Bayerns UrEinwohner – Der Große Brachvogel im Ampermoos

Landschaftspflegeverband FFB in Kooperation mit den Gebietsbetreuern Ammersee und Ampertal
Der Große Brachvogel ist eine der seltensten und eindrucksvollsten Vogelarten Bayerns. Ins Ampermoos ist er seit einigen Jahren dank der intensiven Bemühungen des Landschaftspflegeverbands Fürstenfeldbruck e.V. sowie der Gebietsbetreuung Ammersee zurückgekehrt. Warum das so ist, und was ein bayerischer Brachvogel so zum Leben braucht, erfahren Sie auf dieser Tour, welche uns von der Sohlschwelle in Grafrath über den Beobachtungsturm in Kottgeisering bis an den Rand des Ampermooses führt, wo wir hoffen, mit Fernglas & Spektiv diesen beeindruckenden Ureinwohner live erleben zu können.

Treffpunkt: Parkplatz an der Wasserwachtshütte Grafrath (Graf-Rasso-Straße, zwischen Amperbrücke und Gasthaus Dampfschiff).
Start: 16:30 Uhr
Dauer: circa 3 Stunden
Mitbringen: Fernglas, falls vorhanden
Kosten: keine
Anmeldung: bei Sebastian Böhm, Gebietsbetreuung Ampertal, 0173/590 44 10 oder unter ampertal@gmx.de

 

Streuwiesentag

Freitag, 21. September 2018, FFB
Abschlussveranstaltung im Ampermoos

Landwirte und Maschinenentwickler zeigen, wie naturschonend die Streuwiesenmahd durchgeführt werden kann.

weitere Informationen (Plakat mit Programm und Lageplan) können Sie hier herunterladen: Plakat-Streuwiesentag-A3-end-web


Unsere geplanten Produkte (bis Ende September):

  • Publikation: „Melodie im Moos: Wo der Brachvogel trillert“;
    Eine urbayerische Naturgeschichte von Daniel Kufner
  • Fotokalender 2019
  • Schafkopfkarten mit dem Großen Brachvogel
  • bedruckte Tassen als „Give Away“
Projektfaltblatt

 


 

Hier stellt Christian Niederbichler (Gebietrbetreuer Ammersee) den Brachvogel kurz vor.

Mehr Infomationen erhalten Sie auf dieser Website: http://bayern.lpv.de/projekte/bayerns-ureinwohner.html